Die Reinigung begann mit gründlichem Absaugen in Dielenrichtung. Danach folgte eine stark verdünnte Schmierseifenlösung, sanft verteilt, ohne stehendes Wasser. Zwischen den Arbeitsabschnitten lüftet man, wartet und trocknet mit Frottee. Kleine schwarze Ränder an Fugen bleiben, wenn sie Substanz erzählen; Schmutz geht, die Geschichte bleibt gut lesbar.
Am Geländer wurden nur weiche Tücher, destilliertes Wasser und ein Hauch pH-neutraler Reiniger verwendet. Der natürliche Handglanz durfte bestehen, klebrige Stellen verschwanden in zwei Durchgängen. Statt die Oberfläche zu öffnen, wurde sie entlastet. Das Resultat wirkt lebendig, ohne rutschig zu sein, und Besucher spüren sofort vertraute, nicht künstliche Haptik.
Säuren greifen Kalzium an. Deshalb kein Essig, keine Zitrone, keine säurehaltigen Reiniger. Lauwarmes Wasser, minimale neutrale Seife, sofortiges Abtragen und Trocknen verhindern matte Flecken. Filzgleiter unter Pflanzenkübeln schützen zusätzlich. Bei alten Politurresten lieber nur reinigen, nicht polieren – Patina erzählt Alter, Polierfehler erzählen Eile.
Feiner Baustaub verkrallt sich in Poren. Erst gründlich saugen und mit nebelfeuchtem Tuch arbeiten, damit kein grauer Film bleibt. Große Pfützen vermeiden, Kanten sorgfältig nachtrocknen. So bleiben Bindemittel und Zuschläge im Gleichgewicht, und die Fläche erhält eine gleichmäßige, ruhige Leuchtkraft statt unruhiger, fleckiger Inseln.
Läufer an Eingängen, Filz unter Möbeln und regelmäßiges Trockenwischen verhindern Mikroschäden. Spuren von Winterschmutz oder Streusalz sofort aufnehmen. Schutz bedeutet nicht Versiegelung, sondern kluge Nutzung. Ein Haus, das gelassen benutzt wird, altert schöner als eines, das mit Schichten überzogen wird, die später mühsam entfernt werden müssen.
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